Tips zur Aussaat und Keimung

Die Chili-Samen brauchen zum Keimen eine relativ hohe Temperatur (mindestens 20°C, am besten sind Temperaturen um 25°C). Deshalb muß man die Pflanzen nach der Aussaat im Zimmer aufbewahren. Am besten ist hier ein Platz auf einer beheizten Fensterbank vor einem Fenster mit Sonneneinstrahlung geeignet. Auch ein elektrisch geheiztes kleines Anzuchthäuschen kann die Keimdauer erheblich verringern, ist aber nicht unbedingt nötig. (Wir besitzen selbst keines.) Durch eine Styroporplatte zwischen der kalten Fensterbank und der Anzuchtschale kann die Keimdauer verringert werden.

Wann die Aussaat erfolgen sollte, kann man nicht pauschal sagen. Auf unserer Paprika–Samen-Packung ist März-Mai angegeben. Die Samen keimten bei uns allerdings auch schon nach einer knappen Woche und die Pflanzen fingen sofort an, kräftig zu wachsen.

Einige exotischere Sorten wie manche Habaneros oder Bhut Jolokia benötigten bei uns rund einen Monat zum Keimen und danach noch eine lange Zeit, um in die Puschen zu kommen. Diese kann man also durchaus schon Mitte Januar bis Anfang Februar aussäen.

Unklar scheint auch zu sein, ob Chilis Lichtkeimer sind (d.h. Pflanzen, deren Samen zum Keimen zumindest ein wenig Licht brauchen). Unseres Erachtens keimten alle Chilisorten auch im Dunkeln, sobald sie allerdings die Erdoberfläche durchbrochen haben, benötigen Sie Licht zum Wachsen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Wir ziehen unsere Chilis im Haus und später im Gewächshaus so heran, dass wir etwa Mitte Mai auspflanzen kann. Um diesen Termin zu erreichen beginnen wir mit dem Großteil unserer Aussaat Mitte Februar.

Folgende Dinge werden benötigt:

• Anzuchterde (nährstoffarm)
• Sand
• leere Joghurtbecher / Anzuchtschalen aus Plastik
• Chilisamen
• Kamillentee
• Wasser
• kleine Plastiktütchen / Schnapsgläser
• Pinzette, Bleistift

Wir raten dringend davon ab Torfquelltöpfe zur Anzucht zu benutzen. Ich habe nur schlechte Erfahrungen damit gemacht: die Erde wird schnell zu naß, beim Auspflanzen brechen die Wurzeln ab, …
Bei normaler Anzuchterde aus dem Baumarkt hat man diese ganzen Schwierigkeiten nicht.

Vorbereitung der Samen:

Pro Sorte sähen wir 10 Korn aus. Dies ist ist die optimale Menge für einen Joghurtbecher. Weniger Samen geht natürlich auch, mehr als 12 Korn pro Joghurtbecher sollten es aber nicht werden.
Die beste Methode ist es allerdings, die Samen in Anzuchtschalen aus Plastik auszusäen, da sie hier leicht zu entnehmen sind.
Ich lasse die Samen über Nacht in Kamillentee vorkeimen, das ist zwar nicht unbedingt nötig, hilft aber eventuellen (Pilz-)Krankheiten vorzubeugen.

Um Platz zu sparen gehe ich nun wie folgt vor:
Ich fülle jeweils 10 Korn meiner Chili-Samen in kleine Plastiktütchen und gebe soviel Kamillentee hinzu bis die Tüte gefüllt ist. Alternativ eignen sich auch Schnapsgläser.
Alle Tütchen werden beschriftet und kommen in eine große Plastikbox, die in einem Raum mit einer Zimmertemperatur von 26-28°C aufgestellt (20°C geht auch) wird.
Diese Box lässt man nun 16-24 Stunden so stehen. Nun kann man schon mal die Erde vorbereiten.

Vorbereitung der Erde:

Um sicherzugehen dass sich keine schädlichen Pilze, Trauermückenlarven oder ähnliches in der Erde befindet, wird die Erde bei 800 Watt für 5 Minuten in der Mikrowelle sterilisiert. Dazu gibt man die Anzuchterde in ein hitzebeständiges Gefäß und legt einen Teller lose oben auf. Nach 5 Minuten wird das Gefäß herausgenommen und man lässt die Erde erst einmal für ein paar Stunden im Gefäß auskühlen.

Wenn sich die Erde abgekühlt hat wird sie mit ein bisschen Sand vermischt (auf 10 Hände Erde eine Hand Sand). Der Sand ist für das Pikieren wichtig, er sorgt dafür, dass sich die Wurzeln leichter ablösen lassen.

Vorbereitung der Pflanzgefäße:

Bei uns haben sich allerdings die Anzuchtschalen bewährt. Die günstigste Methode sind die Chilis in Joghurtbecher anzubauen. Jeder Joghurtbecher wird mit 10 Chili-Samen befüllt. Die Joghurtbecher werden alle bis 1cm unter den Rand mit der Erdmischung befüllt und leicht angedrückt.

Aussaat der Chilis:

Die vorgekeimten Chilis werden aus ihrem Kamillenteebad befreit und einmal mit normalem Wasser abgespült. Mit einer Bleistiftspitze drücke ich nun 10 kleine Löcher ca. 1cm tief in die Erde der vorbereiteten Anzuchtgefäße. Danach wird mit einer Pinzette jeweils ein Samenkorn in die Löcher gelegt. Nun werden die Löcher verschlossen indem man die Erde leicht andrückt und mit warmen Wasser angegossen.
Achtung: Bitte vergessen Sie das Beschriften der Chilis nicht.

Keimen:

Die so vorbereiteten Anzuchtgefäße stellen wir bei 26-28°C auf die Fensterbank. Bei dieser Temperatur keimen die ersten Chilis nach 3-5 Tagen. Bei Zimmertemperatur dauert es ein bisschen länger.
Die Erde sollte niemals ganz austrocknen, sie sollte aber auch keinesfalls dauernd triefend naß sein.
Sobald sich die ersten Keimlinge zeigen sollte es außerdem ausreichend hell sein, andernfalls „vergeilen“ die jungen Chilis, das heißt die Stiele werden sehr dünn und knicken bald ab.
Wer den Sätzlingen zu wenig Licht bieten kann, dem empfehle ich eine künstliche Beleuchtung. Hier gibt es verschiedene Modelle speziell für Pflanzen.

Töpfe umräumen:

Nach der Keimung stellen wir unsere Chilis etwas kälter. Wenn die Chilis kühler stehen benötigen sie nicht soviel Licht und vergeilen nicht so schnell.
Bei uns stehen die jungen Pflänzchen nach der Keimung bei auf einer unbeheizten Fensterbank.

Sobald sich die ersten Blätter zwischen den Keimblättern zeigen, wird pikiert.

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