Pikieren, Umtopfen und Auspflanzen

Haben Sie Ihre Chilis in Anzuchtschalen angebaut, können Sie sich das Pikieren sparen. Sie müssen lediglich die Pflänzchen in größere Töpfe setzen. Wir nehmen hier Töpfe mit einem Fassungsvermögen von etwa einem Liter.

Je nachdem, wie dicht man ausgesät hat, muß man die jungen Pflanzen schließlich pikieren. Das Pikieren sollte erst erfolgen, wenn die Pflanzen mindestens drei oder vier echte Blätter haben.

Sobald die Pflanzen gut angewachsen sind, kann man sie ab und zu bei gutem Wetter mal einige Stunden nach draußen in die Sonne stellen. Ganz nach draußen sollte man sie aber erst stellen, wenn auch die Nachttemperaturen nicht mehr unter 5°C fallen. Dies ist hier meist Anfang Mai der Fall. Man sollte relativ vorsichtig sein. Selbst bei den eher robusten Sorten wie Cayenne bedeutet ein noch so kleiner Nachtfrost das endgültige Aus.

Chilis eignen sich gut für Blumenkästen oder -kübel. Mit Blumentöpfen dagegen habe ich selber keine so guten Erfahrungen gemacht: Die Pflanzen stellten alle nach einiger Zeit ihr Wachstum ein. Sie setzten zwar Früchte an, aber lange nicht so viele, wie die in den Blumenkästen.

Kästen und Kübel haben gegenüber dem Auspflanzen im Garten außerdem den Vorteil, daß man sie im Herbst, wenn die ersten Nachtfröste kommen, noch einige Wochen ins Haus stellen kann. Dies kann die Anzahl der reif gewordenen Chilis ganz erheblich erhöhen.

Prinzipiell ist es auch möglich, Chilis als Zimmerpflanzen zu halten. Die häufig verkauften „Zierpaprikas“ gehören schließlich auch hierzu. Besonders beliebt scheinen als Zierpflanzen meines Eindrucks nach Capsicum frutescens-Abarten zu sein. Zum Züchten von eßbaren Früchten scheinen uns diese aber eher ungeeignet zu sein, da es in fast allen Wohnungen zu dunkel sein dürfte. Um eine halbwegs große Ernte zu bekommen, muß man also entweder ein sehr sonniges Fenster haben, oder künstlich beleuchten. Unseres Eindrucks nach werden in Zimmer gezogene Früchte lange nicht so scharf und aromatisch wie Früchte, die im Freien gereift sind.

In welchem Abstand man die Pflanzen setzen sollte, hängt natürlich von deren erwarteter Größe ab. Bei den eher kleineren, scharfen Sorten wie Cayenne oder Thai hat sich bei uns ein Pflanzabstand von gut 35cm als vernünftig herausgestellt. Die größeren Gemüsepaprikas sollten vermutlich weiter voneinander entfernt stehen.

Beim Einsetzen in Töpfe, Kübel, oder beim Umpflanzen sollte man darauf achten, daß man ein Gefäß nimmt, welches den Wurzeln reichlich Volumen bietet. Chilis haben ein zwar weit verzweigtes, aber dünnes und zartes Wurzelgewebe. Aus diesem Grund lassen sie sich, wenn ein Pflanzgefäß zu klein geworden ist, nur schlecht umtopfen, ohne daß größere Teile des Wurzelwerkes beschädigt werden. Und dieses Problem wird natürlich um so schlimmer, je größer das alte Gefäß bereits ist.

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